Indledning
Er brauchte die Schule auch gar nicht, denn es lief ja alles auch so ganz gut. Wenn er am Nachmittag in der Waschanlage die dicken Autos »von Hand« wusch und innen saugte und putzte, zahlte Ahmed, der Besitzer der Waschanlage und ein entfernter Onkel, ihm jedes Mal 20 Euro für vier Stunden.

Meistens bekam er von den Leuten pro Wagen auch noch ein oder zwei Euro Trinkgeld. Also an guten Tagen hatte er so dreißig Tacken in bar.

Das war mehr, als die meisten in der Klasse an Taschengeld im Monat hatten. Wenn er das den ganzen Tag machen würde, also Autos waschen und putzen, dann käme er - so viel Mathe war drin - im Monat auf mehr als tausend Euro.

Und mal ehrlich, erkannte Leute, die hatten Abi und studiert und hingen dann auf irgendeinem Job als Praktikanten rum und verdienten weniger als er.

Tausend im Monat war als Startkapital nicht schlecht, zwischendurch konnte er noch ein paar »Geschäfte« machen, und dann

- so der Plan - war das ja sowieso nur so lange, bis er endlich einen »Vertrag« hatte. Yalcin, der bei Altona 93 in der Ersten spielte, sagte, dass er ein »Angebot « hätte, für 500 im Monat in Lüneburg zu spielen.

Indholdsfortegnelse
Die Brüder
Tekstforståelsesopgave – opgave 1
Grammatik: Verber – opgave 2
Grammatik: Præpositionsforbindelser – opgave 3
Skriftlig: Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten, Teil 4 – opgave 4

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Uddrag
Kadir arbeitete praktisch für nichts beim Onkel, denn er gehörte ja zur Familie. Dafür gab der Onkel ihm gelegentlich eine Tüte mit Obst und Gemüse für die Mutter mit und nahm ihn mit in die Moschee.

Erst beten, dann essen, dann reden, genauer, erzählen, was zu Hause los war. Dort, in der Moschee, hatte er auch die Brüder vom Kulturverein kennengelernt.

Die hatten da zwar nichts zu suchen, wie der Onkel meinte, aber, sie waren eben da. Sie nahmen ihn in ihre WhatsApp-Gruppe auf.

Zuerst hat er "rein zufällig" ihren Stand in der Spitalerstraße besucht, wo sie Korane verteilt hatten.

Dann hatten sie ihn zu Versammlungen eingeladen, einmal, zweimal, dreimal, immer freundlich, immer wieder. Irgendwann war er dann mal hingegangen, weil Syrien das Thema war.

Syrien interessierte Kadir, weil er es furchtbar ungerecht fand, dass Assad, der Hund, gegen Muslime kämpfte und sie umbrachte. Und die Jungs auf den Toyota-Pick-ups mit den schwarzen Sturmhauben und Fahnen, die waren irgendwie cool.

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Das war auch insgesamt nicht mehr so stressig, wie sich ständig über Zensuren einen Kopf zu machen und Probleme zu diskutieren, was ich so gern mochte.

Vor allem über Politik. Er traf mich wie die anderen Fußballkollegen nur noch zu Spiel und Training. Denn wenn er keine Autos wusch, musste er zum Onkel in den Laden am Steindamm und helfen. Das hatte sein Vater ihm eingebrockt.

Der hatte bis vor ein paar Jahren in einer Fabrik für Sonnencreme gearbeitet, irgendwas im Lager, war dann aber wegen Rückenproblemen zum Frührentner geworden.

Doch das Geld reichte für die fünfköpfige Familie nicht. Also musste die Mutter putzen gehen. Meral ging ins Krankenhaus als Schwesternschülerin.

Wenn sie sich anstrengte, würde sie Krankenschwester, andernfalls konnte sie immer noch als Schwesternhelferin Geld verdienen. Nermin war noch klein und würde sowieso irgendwann heiraten.