Indholdsfortegnelse
Hand wash
Die Brüder
Tekstforståelsesopgave – opgave 1
Grammatik: Verber – opgave 2
Grammatik: Præpositionsforbindelser – opgave 3
Skriftlig: Kadir, der Krieg und die Katze des Propheten, Teil 4 – opgave 4

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Uddrag
Er brauchte die Schule auch gar nicht, denn es lief ja alles auch so ganz gut. Wenn er am Nachmittag in der Waschanlage die dicken Autos

»von Hand« wusch und innen saugte und putzte, zahlte Ahmed, der Besitzer der Waschanlage und ein entfernter Onkel, ihm jedes Mal 20 Euro für vier Stunden.

Meistens bekam er von den Leuten pro Wagen auch noch ein oder zwei Euro Trinkgeld. Also an guten Tagen hatte er so dreißig Tacken in bar.

Das war mehr, als die meisten in der Klasse an Taschengeld im Monat hatten. Wenn er das den ganzen Tag machen würde, also Autos waschen und putzen, dann käme er - so viel Mathe war drin - im Monat auf mehr als tausend Euro.

Und mal ehrlich, erkannte Leute, die hatten Abi und studiert und hingen dann auf irgendeinem Job als Praktikanten rum und verdienten weniger als er.

Tausend im Monat war als Startkapital nicht schlecht, zwischendurch konnte er noch ein paar »Geschäfte« machen, und dann - so der Plan - war das ja sowieso nur so lange, bis er endlich einen »Vertrag« hatte.

Yalcin, der bei Altona 93 in der Ersten spielte, sagte, dass er ein »Angebot « hätte, für 500 im Monat in Lüneburg zu spielen. Und Yalcin war nicht halb so gut wie Kadir - sagten alle. Autos waschen, kicken - da wäre bald ein Führerschein drin.

Er würde also noch mehr trainieren, damit er möglichst zum Lehrgang eingeladen und entdeckt wurde. Es spielten schon Siebzehnjährige in der Bundesliga.

Kadirs Vater war sauer, als feststand, dass er die neunte Klasse wiederholen sollte. Und froh, als er die Schule schmiss und ihm von der Tasche war. »Ist doch nur, weil wir Türken sind«, sagte er, als er das Zeugnis und die Fehlzeiten sah.

Er hatte ja seine eigenen Theorien und sagte noch: »Bildung ist wichtig, aber das sind alles Nazis.« Kadir konnte gerade noch verhindern, dass er zur Lehrerin ging und mit ihr »redete«.

Er wusste ja, wie der Baba drauf war. Das hätte eine Katastrophe gegeben. Und so heulte seine Mutter, Baba schimpfte, und Kadir sagte: »Schule ist aus«, und nahm den Job bei »Perfect-Auto-Wash« an.

Das war auch insgesamt nicht mehr so stressig, wie sich ständig über Zensuren einen Kopf zu machen und Probleme zu diskutieren, was ich so gern mochte.

Vor allem über Politik. Er traf mich wie die anderen Fußballkollegen nur noch zu Spiel und Training. Denn wenn er keine Autos wusch, musste er zum Onkel in den Laden am Steindamm und helfen.

Das hatte sein Vater ihm eingebrockt. Der hatte bis vor ein paar Jahren in einer Fabrik für Sonnencreme gearbeitet, irgendwas im Lager, war dann aber wegen Rückenproblemen zum Frührentner geworden.

Doch das Geld reichte für die fünfköpfige Familie nicht. Also musste die Mutter putzen gehen. Meral ging ins Krankenhaus als Schwesternschülerin.